Schriften

Lyrik - Eine Auswahl meiner Gedichte


(Gedichte in dieser Rubrik: 3 )

  1986
Gesagt sei zu den Dingen...

Gesagt sei zu den Dingen
Die niemand gerne sieht:
Die Welt steckt voller Übel
Doch was immer auch geschieht
Frißt der Teufel gerne Fliegen
In der Not gar mit Genuß
Steckt im Untergang die Hoffnung
Mindern Träume den Verdruß



  1986
Träne

Eine Träne rollt leise
Die Wange hinab
Nimmt mit all die Hoffnung
Ins ewige Grab
Reißt mit sich die Wünsche
Die jemals verspürt
Rinnt sanft auf den Pfad
Der ins Endlose führt

Voll Leben war einst
Der die Träne verlor´n
Jeden Tag fühlte er sich
Wie grad erst gebor´n
Klug bin ich - dachte er
Stark bin ich auch
Bin fröhlich im Leben
Nichts mehr was ich brauch´

Doch schon beschlich ihn
Der Feind den man kennt
Erst langsam und wachsam
Doch bald ungehemmt
Verteilt er die Gaben
Mit großem Geschick
Säät Zweifel und Furcht
Verschleiert den Blick


Genießerisch fordert er
Seinen Tribut
Gießt Feuer ins Wasser
Zertrampelt die Glut
Die Asche verstreut er
Weit über´s Land
Verläßt dann den Schauplatz
Und bleibt unerkannt


Keine Träne rollt mehr
Die Wange hinab
Versiegt ist die Quelle
Geschlossen das Grab
Vergessen die Wünsche
Die jemals verspürt
Verloren der Pfad
Der ins Endlose führt



  1985
Ich kann...

Ich kann Dir in die Seele sehn
Und spür die Größe Deiner Macht
Mich läßt Du in der Kälte stehn
Andre wärmst Du, hälst die Wacht

Ich kann Dir in die Augen sehn
Und suche längst vergess´nes Glück
- Sehe mich um Gnade flehn
Ein Narr, der niemals kommt zurück